Wolfgang Wallner-F.
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Vater
Walter Wallner

Walter Wallner
2. November 1920 – 3. Februar 2012
 

Unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater  Walter Wallner wurde am 2. November 1920 in Krems an der Donau als erster Sohn von weiteren drei Geschwistern (zwei ältere Schwestern, ein jüngerer Bruder) der Maria (geborene Hittinger) und des Johann Wallner geboren. Er erlernte dort das Werkzeug- und Waagenmacherhandwerk. Daneben spielte er seit seiner Kindheit Laien-und Kasperltheater für Kinder, er sang und musizierte dabei auch mit Talent und Freude. Auch Zeichnen und Malen, aber auch vielfältige handwerkliche Geschicke und eine Erfindungsgabe für die unterschiedlichsten Gegenstände und auch Situationen waren seine Talente. Leider hatte er in der folgenden furchtbaren Zeit nicht mehr die Möglichkeit, diese Talente wirklich auszubauen.

1939 musste er wie so viele in den unsäglichen 2. Weltkrieg ziehen, wo er irgendwie die Schlacht bei Stalingrad (1943) überlebte. Nach einigen Stationen der Gefangenschaft kehrte er Ende des Krieges jedoch zumindest körperlich unverletzt rasch nach Krems zurück.

1947 heiratete Walter Wallner Maria Katharina (Käthe) Prinz. Und im Jänner 1948 kamen die Zwillinge Walter und Wolfgang zur Welt.

1953 zog die Familie nach Wien, Walter Wallner fand seine Berufstätigkeit bei den Wiener Verkehrsbetrieben in unterschiedlichen Funktionen. In den Ruhestand trat er 1978. Seine ganz besondere Liebe galt seinem Hobby, der Fotografie. Auch malte er einige Bilder.

1979 wurde sein erster Enkelsohn Matthias Paul geboren, zu dem er eine intensive Beziehung aufbaute. Manchmal bis zur Erschöpfung spielte er mit Matthias, dem das scheinbar nie zu viel wurde. 1984 kam sein zweites Enkelkind Johannes Peter zur Welt, die Liebe und die Zuwendungen aller Arten zu seinen Enkeln änderten sich nicht.

Im März 1996 starb seine Frau Maria Katharina an einer plötzlichen Krankheit überraschend. Sie laborierte schon seit 1988 an den Folgen eines leichten Schlaganfalles, die sich aber im Laufe der Zeit verschlechterten. Walter Wallner pflegte sie in liebevoller Weise bis zuletzt, zum Teil „rund um die Uhr“ in einem Maße, wie sie wohl kaum jemand anderer durchführen hätte können.

Am 1. Mai 2007 stürzte Walter Wallner in seiner Wohnung im 9. Bezirk unglücklich, so dass er einen Oberschenkelhalsbruch erlitt. Von diesem erholte er sich recht rasch und gut. Doch konnte er die eigene Wohnung zumindest einige Zeit nicht mehr alleine bewohnen, er bedurfte zeitweiliger Hilfe. So gab er seine Wohnung auf und zog zuerst in seine Geburtsstadt Krems zurück, bald aber nach Weitra, wo sein Sohn Walter für ihn eine eigene kleine Wohnung fand und er ihn auch mit den täglichen Bedürfnissen versorgte. Doch war Walter Wallner eigentlich bis zuletzt, natürlich im immer geringeren Ausmaß, selbständig, klar und eigenbestimmt. Bis zuletzt fotografierte er mit großer Freude und arbeitete sie aus, auch am Weltgeschehen interessierte er sich immer und natürlich war seine Familie weiter Mittelpunkt seines Lebens.

Ende Jänner 2012, also mit über 91 Jahren, hatte er einen Schwächeanfall, der zunächst nicht ernst aussah. Trotzdem wurde er gleich im Spital in Gmünd aufgenommen. Wegen eines Darmverschlusse wurde er am 2. Februar 2012 in den Nachtstunden dort notoperiert. Die Operation verlief gut, doch musste er künstlich beatmet werden. Am 3.2.2012 um 12 Uhr 30 verstarb er friedlich, ohne das Bewusstsein wieder erlangt zu haben.

Walter Wallner war immer mit besonderer Liebe mit seiner Familie verbunden und nahm soweit möglich bis zuletzt zumindest aus der Ferne mit Interesse und Freude an den Entwicklungen Anteil. Die letzten Freuden bereiteten ihm die bevorstehende Hochzeit seines Enkels Dipl.-Ing. Matthias mit Dr. Sabine Gehri und das Doktoratstudium des Enkels Dipl.-Ing. Johannes Peter.

Walter Wallner hatte ein langes und erfülltes Leben, doch ist das nicht wirklich ein Trost und wir sind sehr traurig über sein Fortgehen. Jahrzehnte lang war er für unsere Anliegen ein liebevoller Ratgeber.

Auch deshalb entsteht Traurigkeit, da das vergangene Jahrhundert für Menschen seines Geburtsjahrganges wenig Erfreuliches bot. Schwere Zeiten des Hungers in der späteren Kindheit, fürchterliche Erlebnisse des Krieges mit sicherlich psychischen Auswirkungen des Verdrängens der Erinnerung daran. Notwendiger Aufbau einer gewissen finanziellen Sicherheit für die Familie.

In solchen Zeiten stellte er das Bestreben nach eigener Erfüllung und Entwicklung hintan. Dafür danken wir als Familie natürlich, aber die durch die Lebenssituationen verhinderten Möglichkeiten der individuellen Entwicklung und der dadurch in selbstloser Weise erfolgten Unterdrückung der eigenen wirklichen Talente mahnen auch, solche Lebensumstände nie wieder entstehen zu lassen.

 

Begräbnis am 22.2.2012, 11 Uhr, Zentralfriedhof, 2. Tor, Halle 1

Sein Grab befindet sich am Wiener Zentralfriedhof, 2. Tor, Gruppe 10, Reihe 2, Nummer 22.

 

 

 

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